Verschlüssellung als sozialer Prozess

Ein Faszinosum der Snowdon-Enthüllungen ist ja, dass sie zwar auf gewaltiges Medienecho stoßen, sonst aber kaum Reaktionen hervorrufen. Die Aufregung ist groß und viele erahnen die Tragweite einer weltweiten Totalüberwachung, aber nur wenige ergreifen tatsächlich Maßnahmen.

Es ist klar, dass wir eine politische Lösung brauchen, jedoch muss diese auch eine veränderte technische Infrastruktur mit einschließen. Eine einfache Möglichkeit, aktiv gegen die Überwachung zu sein, ist es, verschlüsselte Kommunikationskanäle zu benutzen und andere dazu anzuregen, es gleich zu tun.

Das ist ein sozialer Akt, der so wichtig ist, weil er Teil eines sozialen Bewusstseinswandels ist. Der ist notwendig, vor allem für das Erreichen einer politischen Lösung. Es ist auch eine Konsequenz, Profile bei Facebook oder Google zu löschen. Aber vielleicht bringt es uns sogar noch weiter, verschlüsselte Kommunikationssoftware einzurichten und dafür auf den (überwachten) Netzwerken zu werben.

Ich zum Beispiel bin verschlüsselt über Jitsi und Retroshare erreichbar, verschlüsselte Emails kann ich auch empfangen.